Wie definiert man alleinerziehend?

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In der Bundesrepublik gibt es nach inoffiziellen Schätzungen des VAMV mindestens 2,6 Millionen Einelternfamilien. Genaue Angaben lassen sich nicht ermitteln, weil es keine festgelegte Definition des Wortes Alleinerziehend gibt. Jeder interpretiert den Begriff Alleinerziehend nach eigenem Ermessen. So zählen bei der Ermittlung der Steuerklasse II nur diejenigen als echte Alleinerziehende, die ohne eine andere erwachsene Person mit einem Kind in einem Haushalt leben, während andere Statistiken alle als allein erziehend bezeichnen, die ohne den anderen leiblichen Elternteil ihre Kinder groß ziehen.
Der überwiegende Teil der Alleinerziehenden ist weiblich, der Anteil der alleinerziehenden Väter ist mit ca. 10 Prozent relativ gering. Für weiliche Alleinerziehende ist die soziale Lage und die Mehrfachbelastung in den Rollen als Familienfrau und durch den Beruf immer noch ungleich schwieriger zu bewältigen als für männliche Alleinerziehende. Vor allem alleinerziehende Mütter mit kleineren Kindern verfügen oft über ein sehr geringes Einkommen, weil sie wegen fehlender Möglichkeiten der Kinderbetreuung in der Regel keiner Berufstätigkeit nachgehen können.
Von der promovierten Doktorin bis zur Putzfrau; die Lebensform Alleinerziehend zieht sich durch alle sozialen Schichten. Die Gründe für die Familienform Alleinerziehend variieren stark und reichen von der bewusst gewählten Trennung bis hin zum Tod des geliebten Lebenspartners. Knapp 70 % der allein erziehenden Väter und Mütter betreuen nur 1 Kind, einer von vier hat 2 Kinder zu betreuen und ungefähr 5 % leben mit mehr als 2 Kindern alleine. Die ewig gestresste alleinerziehende Mutter aus dem Fernsehen gibt es nicht, vier von fünf Alleinerziehenden sind älter als 30 Jahre.

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